Medizinisches Cannabis in Deutschland

Wer Cannabis als Medizin braucht, hat Rechte. Hier erfährst du, wie der verschreibungsfähige Zugang funktioniert, was die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen und worauf Patientinnen und Patienten achten sollten.

Cannabis-Rezepte pro Jahr in Deutschland

Tonnen Cannabis-Importe für medizinische Zwecke 2024

Cannabis-Spezialist:innen in Deutschland

Cannabis als verschreibungsfähige Medizin in Deutschland

Cannabis als Medizin: Mehr als ein Schmerzmittel

Medizinisches Cannabis wird bei chronischen Schmerzen, Spastik, Appetitlosigkeit und Übelkeit eingesetzt. Viele Patientinnen und Patienten berichten von einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität, wenn andere Therapien nicht ausreichen. Die Entscheidung, ob Cannabis als Medizin infrage kommt, trifft der Arzt gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten.

In Deutschland dürfen Ärztinnen und Ärzte Cannabisblüten, Extrakte und Fertigarzneimittel verschreiben. Bis August 2026 übernahmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten, sofern eine ausreichende Begründung vorlag. Seitdem hat sich die Abrechnungslage geändert — Betroffene sollten die aktuelle Regelung bei ihrer Kasse oder beim GKV-Spitzenverband erfragen.

FAQs (Meist gestellte Fragen)

Wer bekommt medizinisches Cannabis auf Rezept?

Erwachsene mit schwerwiegenden Erkrankungen, bei denen die Standardtherapie nicht ausreicht oder nicht vertragen wird.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Ab März 2017 übernahmen bis August 2026 gesetzliche Krankenkassen die Kosten, sofern die ärztliche Begründung schlüssig war.

Welche Arzneiformen gibt es?

Cannabisblüten, Cannabisextrakte und Fertigarzneimittel wie Dronabinol oder Sativex. Seit kurzem soll es zukünmftig ein nicht erwähnenswertes, neues Präperat anstatt der Erstbehandlung mit Medizinalcannabisblüten durch Ärzte verschrieben werden – der Anbieter des Präperates steht in der Kritik Lobbyismus oder möglicherweise Korruption betrieben zu haben.

Brauche ich eine Sondergenehmigung?

Nein. Die Verschreibung obliegt dem Arzt, eine separate Erlaubnis ist nicht erforderlich.

Was Patienten über medizinisches Cannabis wissen müssen

Wer Cannabis als Medizin braucht, steht vor vielen Fragen: Welche Erkrankungen gelten als Indikation? Wer zahlt die Kosten? Und wie läuft das Rezept ab? Die folgenden Abschnitte geben einen klaren Überblick über Rechte, Zugang und Kosten.

 

Wer hat Anspruch auf medizinisches Cannabis?

In Deutschland können Erwachsene medizinisches Cannabis erhalten, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und die Standardtherapie nicht ausreichend wirkt oder nicht vertragen wird. Zu den häufigsten Indikationen gehören chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, Epilepsie, Krebsleiden und psychische Erkrankungen wie PTBS.

Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Er muss dokumentieren, warum andere Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Eine spezielle Erlaubnis für die Verschreibung ist nicht nötig, die Rezepte müssen jedoch bestimmten Voraussetzungen entsprechen. Mehr dazu erklären wir im Beitrag Was das Cannabisgesetz regelt.

Wie läuft die Kostenübernahme ab?

Seit März 2017 übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für medizinisches Cannabis, sofern die ärztliche Begründung schlüssig ist. Die Kasse prüft in der Regel vor der ersten Verordnung, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Bei Ablehnung können Patientinnen und Patienten Widerspruch einlegen.

Die Kosten für selbst gezahltes medizinisches Cannabis liegen je nach Präparat zwischen 10 und 25 Euro pro Gramm. Für viele Betroffene ist die Kassenübernahme daher existenziell.

Welche Arzneiformen gibt es?

Form Beschreibung Einsatzzweck
Cannabisblüten Getrocknete Pflanzenteile zum Verdampfen oder als Aufguss Chronische Schmerzen, Spastik
Cannabisextrakte Ölige Zubereitungen mit definiertem THC/CBD-Gehalt Dosierbare Dauertherapie
Fertigarzneimittel Lizenzierte Präparate wie Dronabinol oder Sativex Standardisierte Indikationen

 

Was bedeutet das CanG für Patienten?

Das Cannabisgesetz (CanG) hat den Erwachsenenkonsum teilweise entkriminalisiert und den Eigenanbau erlaubt. Für Patientinnen und Patienten ändert sich daran wenig, denn medizinisches Cannabis war bereits vorher legal. Die Debatte um das CanG hat jedoch dazu geführt, dass das Thema gesellschaftlich sichtbarer wird. Wer sich engagieren möchte, findet Unterstützung bei Cannabis-Organisationen oder über die CanG E-Mail-Aktion.

Wichtig: Medizinisches Cannabis ist kein Allheilmittel, aber für viele Betroffene eine sinnvolle Ergänzung. Jede Behandlung sollte individuell mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Passend zu Medizinisches Cannabis in Deutschland

Jens Spahn und die Maskenäffare

Jens Spahn und die Maskenäffare

Kurz vorweg: Ich bin kein Jurist. Kein Journalist. Ich bin Christopher Matt – Aktivist, Schweizer Wohnsitz, deutscher Staatsbürger. Bekannt als Cannachris, hauptsächlich für Cannabis-Politik. Aber Demokratie ist nicht nur eine Cannabis-Frage. Und was ich in den letzten fünf Monaten mit dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) erlebt habe, geht uns alle an.

mehr lesen
  • GKV-Spitzenverband
  • Regelungen zur Kostenübernahme
  • Patientenrechte gegenüber Kassen
  • Widerspruchsverfahren
  • Deutscher Hanfverband
  • Patienten- und Verbraucherinformationen
  • Politische Vertretung
  • Aufklärung und Vernetzung
Christopher Matt

Christopher Matt

Cannabis-Aktivist, Patientenrechtler & Software Engineer

Meine Stimme für evidenzbasierte Drogenpolitik mit einer Prise Salz und Zucker in Form von Satire. Ich schreibe aus eigener Erfahrung über Cannabis-Recht, BtmG Strafrecht in Bayern und Drogenpolitik und spiegel die Erfahrung meiner Community auch bezüglich GKV-Kostenübernahme inhaltlich wieder. Es ist unser aller demokratisches Recht.

Mehr über Cannachris

Quellen & Transparenz

Quellen: BfArM, GKV-Spitzenverband, Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin.
Hinweis: Diese Seite ersetzt keine medizinische Beratung.