6 Fragen an die ÄKN – und das beredte Schweigen einer Ärztekammer

Legalisierung | KI

Es gibt eine bestimmte Art von Schweigen, die lauter ist als jede Antwort. Die Ärztekammer Niedersachsen hat im März 2026 eine Resolution zur Cannabis-Legalisierung verabschiedet. Über 150 Menschen haben ihr daraufhin sechs konkrete, wissenschaftliche Fragen gestellt. Stand heute: kein einziger Satz als Antwort. Ich erkläre dir, was diese sechs Fragen sind – und warum das […]

Es gibt eine bestimmte Art von Schweigen, die lauter ist als jede Antwort. Die Ärztekammer Niedersachsen hat im März 2026 eine Resolution zur Cannabis-Legalisierung verabschiedet. Über 150 Menschen haben ihr daraufhin sechs konkrete, wissenschaftliche Fragen gestellt. Stand heute: kein einziger Satz als Antwort. Ich erkläre dir, was diese sechs Fragen sind – und warum das Schweigen darauf so bedeutsam ist.

Die sechs Fragen – vollständig und unkommentiert

Bevor ich irgendetwas dazu sage, die Fragen selbst. Vollständig. Damit du dir selbst ein Bild machen kannst, ob das aggressive Provokation war – oder legitime wissenschaftliche Nachfrage.

  1. Warum werden in der Resolution nur die Erwachsenen-Konsumzahlen aus der BIÖG-Drogenaffinitätsstudie 2025 zitiert, nicht aber der stabile bzw. rückläufige Trend bei Jugendlichen aus denselben Daten?
  2. Warum wird die EKOCAN-Evaluierung des Cannabisgesetzes, die für Jugendliche einen rückläufigen Konsumtrend zeigt, in der Resolution nicht erwähnt?
  3. Bestehen zwischen den an der Resolution beteiligten Ärzten und Unternehmen im Bereich Suchttherapie oder Substitutionsmittel direkte oder institutionelle Verbindungen?
  4. Wenn solche Verbindungen bestehen: Warum wurden sie im Sinne wissenschaftlicher Transparenz nicht offengelegt?
  5. Auf welcher konkreten Datenbasis beruht die Behauptung eines erhöhten Gefährdungspotenzials für Jugendliche nach der Legalisierung, wenn die verfügbaren Evaluierungsdaten keinen Anstieg zeigen?
  6. Plant die ÄKN Niedersachsen vergleichbare Resolutionen zur Regulierung von Alkohol oder Tabak – Substanzen mit statistisch nachweislich vielfach höherem Schadpotenzial?

Das sind keine Fangfragen. Das sind Fragen, auf die eine seriöse, wissenschaftlich argumentierende Institution Antworten haben sollte – und haben muss, wenn sie öffentlich für die Rücknahme eines demokratisch beschlossenen Gesetzes eintritt.

Warum das Schweigen ein Problem ist

Ärztekammern sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie finanzieren sich teilweise aus Pflichtbeiträgen, sie genießen institutionelles Vertrauen, und sie treten in der politischen Öffentlichkeit als Stimme der Ärzteschaft auf. Das ist eine besondere Verantwortung.

Wer in dieser Funktion eine politische Forderung erhebt und dabei wissenschaftliche Quellen zitiert, muss sich der Nachfrage stellen. Nicht weil irgendjemand das durchsetzen kann. Sondern weil das der Standard ist, den wir an öffentliche Institutionen anlegen müssen.

Fünf Wochen. Über 150 E-Mails. Null Antworten. Das ist eine Dokumentation. Und diese Dokumentation wird vollständiger, je mehr Menschen mitmachen.

Was als nächstes kommt

Am 8. und 9. Mai 2026 findet der Deutsche Ärztetag statt. Dort könnten regionale Positionen wie die der ÄKN Niedersachsen bundesweit relevant werden. Bis dahin haben wir Zeit, das Schweigen sichtbar zu machen.

Alles, was du auf cannachris.de zu dieser Kampagne findest, hat eine Grundlage: Alle Artikel im Blog verlinken ihre Quellen. Alle Behauptungen sind belegbar. Das ist der Standard, den ich von der ÄKN verlange – und der gilt für mich genauso.

Frühere Aktionen wie die Cannabis Social Club E-Mail-Kampagne haben gezeigt: Zahlen bewegen Institutionen. Deine E-Mail ist eine davon.

Vollständige Anfrage senden – 2 Minuten →

📚 Quellen: ÄKN-Resolution Kammerversammlung 14.03.2026 · Grundgesetz Art. 5 (Meinungsfreiheit) · Art. 17 (Petitionsrecht) · BIÖG-Studie 2025 · EKOCAN-Evaluierung · cannachris.de/aekn-anfrage