Von der Hausdurchsuchung zum Aktivismus: Meine Geschichte

Ich bin im Allgäu aufgewachsen, habe eine Schreinerlehre abgeschlossen und später als Web-Developer gearbeitet. Mit 21 habe ich zum ersten Mal Cannabis probiert. Jahre später entdeckte ich CBD – nicht als Droge, sondern als Werkzeug, das mir half, trotz ADHS fokussiert zu bleiben und kreativ zu arbeiten.

Am 26. Mai 2020 bestellte ich acht Gramm CBD-Blüten im Internet. Legal verkauft, unter 0,2% THC. Zwei Tage später kam die Nachricht: Die Polizei Lindau hatte das Paket konfisziert. Ich dachte, das wäre geklärt. Ich hatte die Blüten nie erhalten.

Doch am 13. Oktober 2020, um 7 Uhr morgens, stand die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluss vor meiner Tür in Weißensberg, Bayern. Der Vorwurf? Angeblich hätte ich 24 Gramm Hanfblüten mit 5% THC bestellt – eine Behauptung ohne jeden Labortest, ohne jeden Beweis. Mein Laptop und Smartphone wurden konfisziert. Als selbstständiger Web-Developer war das existenzbedrohend.

Die Staatsanwaltschaft Kempten verweigerte einen Labortest. Mein Anwalt musste ihn privat beauftragen – auf meine Kosten. Ich schrieb an Medien, startete eine Kampagne. Das Hanfjournal berichtete über meinen Fall. Ich wollte nicht schweigen, während Steuergelder für Hausdurchsuchungen wegen CBD verschwendet wurden, während große Drogerieketten CBD-Produkte legal verkauften.

Diese Erfahrung hat mich verändert. Heute lebe ich in der Schweiz, führe meine Agentur Matt Interfaces und bin als Cannachris bekannt – ein Cannabis-Aktivist mit über 100.000 Followern auf Instagram, TikTok und X. Mein Antrieb? Die Überzeugung, dass wissenschaftliche Redlichkeit zählt. Dass Gesetze auf Fakten basieren sollten, nicht auf Vorurteilen.

Meine ÄKN-Transparenzkampagne fordert die Ärztekammer Niedersachsen auf, selektiv zitierte Studien offenzulegen. Ich stelle Fragen, wo andere schweigen. Nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung: Wenn Wissenschaft und Gesetz auseinanderklaffen, braucht es Menschen, die hinsehen.

Vom bayerischen Schreiner zum Schweizer Digital Carpenter. Von der Hausdurchsuchung zum Aktivismus. Das ist meine Geschichte. Und ich bin noch nicht fertig.

Danke an alle, die Teil dieser Bewegung sind. Ihr macht den Unterschied. #weederstand #weedmob #entkriminalisierungsofort